Cretima Celtica
 
 
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Liebe Userin, lieber User von Cretima Celtica,

 

sei herzlich willkommen auf meiner Website. Ich hoffe, es gefällt Dir hier und Du findest nützliche Informationen.

 

Cretima Celtica bedeutet in rekonstruiertem Gallisch „keltische Religion“. Und genau das ist es, worum es auf dieser Website geht. Ich habe es mir zur Lebensaufgabe gemacht, über dieses Thema möglichst umfangreich zu informieren und zwar sowohl über die historisch fassbaren Fakten über die Religion der heidnischen, also antiken Kelten, als auch über die moderne Wiederbelebung als keltisch rekonstruiertes Neuheidentum (Celtic Reconstructionist Paganism, abgekürzt Celtic Recon oder CR oder keltisches (Neu)Heidentum). Es versteht sich von selbst, dass ich dieser Religion angehöre.

 

CR verlangt, wie andere rekonstruierte Neuheidentümer auch (Ásatrú, Religio Romana, Hellenismos etc.), dass man sich möglichst ausführlich mit der Kultur, deren Religion man rekonstruieren will, auseinandersetzt. Wer heutzutage eine antike, längst ausgestorbene Religion praktizieren will, kommt demnach nicht umhin, sich mit Geschichte, Mythologie und Glaubensvorstellungen der speziellen antiken Kultur zu beschäftigen. Tut man das nicht, bleibt man Mitläufer/in, was durchaus legitim ist. Oder man schließt sich lieber der keltischen Esoterikwelle an und bezeichnet aus dem Bauchnabel heraus alles als „Keltisch“ oder „Druidisch“, was sich gerade gut anfühlt. Für die persönliche Spiritualität mag das ausreichend sein, aber dem Geist des Celtic Recon entspricht diese Herangehensweise sicherlich nicht. (Und Keltolog/innen haben ihre liebe Not, die vielen Falschinformationen durch diese Art der Esoterikliteratur zu berichtigen, wenn sie damit konfrontiert werden.)

 

Keltisch rekonstruiertes Heidentum kann man daher durchaus als intellektuell basierte Religion bezeichnen, weil man, wenn man sie tiefgründig praktizieren will, viele Bücher wälzen muss und sich auch viel selbst erarbeiten muss. (Was nicht heißt, dass das langweilig ist, oder dass wir uninspiriert wären - das Gegenteil ist der Fall!) Auch dann, wenn es keltische Neuheid/innen gibt, die sich viel Wissen angeeignet haben und andere „einschulen“ könnten, bleibt das selber Denken und selber Forschen keinesfalls erspart. Denn Celtic Recon ist weder eine initiatorische Religion, die mit einer Aufnahme in einen Orden o.ä. geheimes spirituelles Wissen weitergibt, noch gibt es, bis auf einige wenige Ausnahmen, strenge Glaubensdogmen, die man aus dem Munde von Celtic-Recon-„Gelehrten“ unhinterfragt hinnehmen muss. Das heißt, die ultimative Basis dieser Religion besteht aus den Erkenntnissen der Keltologie und etwaiger anderer Wissenschaften (wie z.B. Religionswissenschaft oder Ethnologie) in Bezug auf das Thema „keltische Religion“. Und diese Basis muss für alle an dieser Religion Interessierten verfügbar und nutzbar sein. Celtic Recon vertritt demnach eine moderne, demokratische Herangehensweise an das Wissen.  

 

Genau hier liegt aber auch das Hauptproblem zum Thema „keltische Religion“: Die Quellen gibt es nicht fein säuberlich sortiert in jedem x-beliebigen Buchgeschäft zu erstehen, es gibt auch keine Keltenbibel oder Keltenedda, keinen druidischen Katechismus und kein vollständiges Buch über keltische Religion. Im Gegenteil. Die Quellen setzen sich zusammen aus unzähligen Einzelmythen, archäologischen Funden, (populär)wissenschaftlichen Büchern, Artikeln auf Websites uvm. Es ist also sehr kompliziert, und wenn man zum ersten Mal mit der Fülle an Quellenmaterial in Berührung kommt, kann man leicht den Überblick und die Nerven verlieren.

 

Um ein bisschen Licht in die Komplexität zu bringen, um das Aneignen von Wissen zu erleichtern, um etwas Ordnung in das Chaos zu bringen, habe ich diese Website erstellt. Sie soll, wenn sie einst vollständig ist, für alle Interessierten eine Art spirituellen "Baukasten" anbieten, den man nach eigenem Gusto nutzen kann.

 

Ob ich dafür die Richtige bin, weiß ich nicht. Ich bin auf keltologischem Gebiet Laiin, das heißt, ich habe Keltologie nicht studiert und auch sonst kein Studium abgeschlossen. Alleine meine Liebe zum Thema hat mich seit 1997 zur autodidaktischen Forschung getrieben, die bis heute nicht abgeschlossen ist und wahrscheinlich erst mit meinem Ableben ein Ende haben wird. Natürlich wäre es optimal, wenn eine Keltologin oder ein Keltologe mit religionswissenschaftlichem und ethnologischem Hintergrund und der Liebe zum keltischen Neuheidentum so eine Website gestalten würde. Aber die Zahl neuheidnischer Keltolog/innen ist äußerst gering, und es ist leider noch immer so, dass man sich als renommierte/r Wissenschafter/in nicht gerade einen guten Namen macht, wenn man sich offiziell zu einer Anarcho-Religion wie dem Neuheidentum bekennt.

 

Da ich nach längerem Suchen im Internet keine Website fand, die sich ausführlich und auf halbwegs wissenschaftlicher oder zumindest populärwissenschaftlicher Basis mit dem Thema der keltischen Religion in deutscher Sprache auseinandersetzt, habe ich letztlich beschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

 

Damit ich mich nicht gleichermaßen lächerlich mache wie die von mir oben kritisierten Vertreter/innen der keltischen Esoterikwelle, habe ich mir für meine Arbeit einen guten Rat von Raimund KARL zu Herzen genommen. In einem Gespräch mit ihm habe ich ihm mein Dilemma geschildert. Ich liebe die Keltologie und die wissenschaftliche, ehrliche Herangehensweise. Aber ich bin auch religiös und liebe die keltischen Gottheiten und habe damit ein großes Interesse an der Neubelebung einer alten heidnischen Religion. Da dies  aber nicht ohne allerlei Hypothesen, Theorien, Behauptungen und Neuerfindungen vonstatten gehen kann, da die Quellen trotz ihrer Komplexität eindeutig zu mager sind, als dass eine 1:1-Wiederbelebung durchführbar wäre, bewegt man sich zweifellos auf unwissenschaftlichem Gebiet bei diesem Unterfangen. Karls Antwort war denkbar einfach: Ich solle die beiden Themen strikt voneinander trennen. Auf der einen Seite die Wissenschaft und ihre Erkenntnisse, die Fakten und die Quellen. Auf der anderen Seite meine Religion, mein Glaube, meine Erfindungen, die Hypothesen. Genau diese Herangehensweise wird auch im Celtic Recon selbst stark befürwortet. Die größte Sünde ist es in meiner Religion, selbst Erfundenes als uraltes Wissen auszugeben oder unhaltbare Behauptungen als wahr hinzustellen und Quellen schuldig zu bleiben. Es muss immer und für alle klar sein, was Fakt ist und was Erfindung, was die Quelle und was die Interpretation.

 

Um diesem Credo treu zu bleiben, habe ich mir für meine Website einen Buchstabencode überlegt, der jeden einzelnen Artikel kennzeichnet:

 

(F) steht für „Fakten und Forschung“. Es deutet an, dass der folgende Text zum Großteil Quellen, eine sachliche Auseinandersetzung mit denselben bzw. deren Interpretation zum Inhalt hat.

(G) steht für "Geschichten und Gaudi" und deutet an, dass der folgende Text in die Kategorie: Essay, Comic, Humor, Erzählung gehört.

(I) steht für "Information" und bedeutet, dass der folgende Text eine allgemeine Information ist (z.B. Bücherlisten, allgemeine Informationen, etc.).

(K) steht für „Kreative Konstruktion“. Es deutet an, dass der folgende Text zum Großteil neuheidnische Konstrukte und Ideen zum Inhalt hat (v.a. Ritualtexte, Gebete, moderne religiöse Interpretationen usw.).

(P) steht für „Philosophie und Politik“. Es deutet an, dass der folgende Text zum Großteil die politische und/oder philosophische Meinung der Autorin / des Autors widerspiegelt.

Überschneidungen sind möglich, dann gibt es eben mehrere Codes nebeneinander, und im Textfluss selbst wird man sehen, was wohin gehört.

 

Die Website selbst habe ich versucht möglichst einfach zu gestalten. Die Menüpunkte sind logisch, ähnlich wie in einem Buch, gereiht, sodass man sich hoffentlich schnell zurecht findet.

Natürlich sind lange nicht alle Menüpunkte fertig, die meisten sind in Arbeit, einige noch leer. Wie oben geschrieben, ist diese Website ein Lebensprojekt, wird also insgesamt sicher mehrere Jahre in Anspruch nehmen, bis man sie halbwegs als „fertig“ bezeichnen kann. (Solltest Du Interesse an einer Mitarbeit haben oder passende Texte, die Du zur Verfügung stellen willst, dann würde ich mich natürlich sehr freuen, Dich als Gastautor/in willkommen heißen zu dürfen!)

Wünsche, Anregungen und Beschwerden nehme ich auch gerne entgegen - entweder im Gästebuch oder über e-mail 

 

mcclaudia(et)gmx.at

 

Zum Schluss möchte ich noch ganz herzlich meiner Webdesignerin Kristina Ambrosch danken für die tolle Arbeit und Herbert Pfeifer für die Erstellung der Göttertabelle.

 

 

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Eintauchen in die Welt der alten und modernen keltischen Heiden und Heidinnen!

 

 

Vindobona, im März 2011

 

Claudia Jenik (alias Mc Claudia)