Cretima Celtica
 
 
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Heilige und magische Pflanzen (K, F)

 

Info: Diese Liste ist in Arbeit und noch nicht vollständig. Einige der Behauptungen entbehren der Quellen.






Alant
(Helenenkraut)

 

Botanischer Name: INULA HELENIUM, Ir: MEACAN AILLINN.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Ebad

Wales: Alant u.a. Kräuter im Bier gegen Gifte - man musste zu Neu- oder Vollmond nach der Vergiftung im Meer baden und dann das Alant-Bier trinken.

 

 

 






Apfelbaum

 

Botanischer Name: MALUM, Gall: ABALLA, Ir: ABALL.

GN: Deus Abellioni, PN: Abillius, Abbula, ON: Avaloiolum.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Quert

Inselkelten allgemein: "Apfelinsel" ist ein Name der paradiesischen Anderswelt: Ir.: Eamhain Ablach, Kymr.: Ynys Afallach (vgl. Arthur-Literatur: Avalon).

 

Irland: Der Apfelbaum ist ein Baum der Sídhe, und Äpfel werden oft in der Anderswelt bei Festen gereicht. Druidenstäbe wurden aus Apfelbaumholz gemacht. Die Seele des irischen Helden Cú Roí war in einem Apfel im Magen eines Lachses eingesperrt, der alle sieben Jahre erschien. Cú Chulainn konnte einmal fliehen, indem er einer Straße voller Äpfel folgte, und ein rollender Apfel wies ihm den Weg zu seiner Kriegerlehrerin Scathach. Einige Helden erhalten Äpfel als ewignährende Liebesgabe von Sídhe-Frauen. Der Hochkönig Cormac Mac Art bekam von einem Andersweltboten einen Silberzweig mit drei goldenen Äpfel, der, wenn man ihn schüttelte, wunderbare Musik spielte, und Kranke, Schwerverletzte und Frauen im Kindbett in den Schlaf wiegte. Auch König Conchobor hatte so einen Zweig. Wenn er ihn schüttelte war das ein Zeichen für die Menge zu schweigen, da er zu reden anhub. Eine Eibe und ein Apfelbaum wuchsen aus dem Grab von Baile und Ailinn, wobei die Eibe mit dem Gesicht des Baile herauswuchs und der Apfelbaum mit dem Gesicht der Ailinn. Fällverbot für Apfelbäume. Im modernen Halloween-Brauchtum werden Äpfel zur Divination benutzt.

 






Besenginster
(Besenkraut, Gilbkraut)

 

Botanischer Name: CYTISUS SCOPARIUS, Gall: BANATLO-, Ir: GIOLACH.

ON: Balan.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Gétal

Irland: Verwendung als reinigendes Räuchermittel. Birken- und Haselnussholz werden zusammen mit Besenginster für den weißen, geschälten Kultstab beim Imbolc-Fest verwendet.

 

Schottland: Ein Hochzeits- und Fruchtbarkeitsstab aus Besenginsterholz wird im Brautgemach über Nacht aufgestellt, um die Fruchtbarkeit der Braut zu fördern.

 






Birke

 

Botanischer Name: BETULA, Gall: BETUA, BETULLA, Ir: BEITH.

PN: Betuus, Betua, ON: Bez, Bipp.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Beithe.

 

Inselkelten allgemein: Maibaum aus Birkenholz. Birkenreis zum Reinigen (Birkenreis für Besen). Birkenreis zum Züchtigen. Birkenzweige zum "Schlagen" von Grenzen und zum Fernhalten böser Geister von den Grenzen.

 

Irland/Schottland: Birkenreis wird von Müttern über Wiegen und Tragekörbe von Babies gegeben, um sie vor den Sídhe und allem Übel zu schützen, ebenso werden Wiegen aus Birkenholz gebaut. Zu Imbolc wird Birkenreis in das "Bett der Brighid" neben die Brideog (Brighid-Puppe) gelegt, um die Göttin einzuladen, damit sie das Haus segne. Birken- und Haselnussholz werden zusammen mit Besenginster für den weißen, geschälten Kultstab beim Imbolc-Fest verwendet.

 

Wales: Baum der Liebe: Unter Birken werden Liebesversprechen gegeben und Birkenreiskränze sind eine Liebesgabe. Die Göttin Blodeuwedd wird mit der Birke in Verbindung gebracht.

 

 






Eberesche
(Vogelbeere)

 

Botanischer Name: SORBUS ACUPARIA, Gall: *CAIROTANNOS, Ir: CAORANN.

PN: Mac Cairthin.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Luis, Quert.

Inselkelten allgemein: Ebereschen schützen Heim und Land. Ebereschenzweige in den Türrahmen gehängt hält böse Menschen fern.

 

Irland: Dieser Baum wurde von Tuatha Dé Danann nach Irland gebracht. Fuamnach verwandelte Étaín in einen Teich, indem er sie mit einem Ebereschenzweig berührte. Beim Tarb-Feiss, dem Stierschlaf genannten Orakel, schliefen die Filid auf Ebereschenzweigen, um im Traum den neuen König zu schauen. Brigit wird oft mit Ebereschen dargestellt - sie hat auch Ebereschenpfeile, die sie bei Bedarf in Brand stecken kann. Der Druide Cithruad macht für König Cormac ein Feuer aus Ebereschenholz (weil es am besten brennt) und liest aus der Bewegung der Flammen die Bewegung der Feinde. Neben Haselnüssen isst der Lachs der Weisheit auch Vogelbeeren. Vogelbeeren sollen verjüngen. Eberesche ist der beste Schutz gegen Verhexung und die Sídhe. Die glücklichen Seelen wohnen unter Ebereschendächern. Ebereschenkreuze mit rotem Faden zusammengebunden werden dem Vieh an die Hörner und Schwanz gebunden, um sie zu schützen. Zu Beltaine werden Ebereschenzweige herumgetragen.

 

Schottland: Ein Kranz aus Efeu, Geißblatt und Eberesche wurde am Türsturz der Stalltüre gehängt, um das Vieh vor Krankheit und dem bösen Blick zu schützen.






Efeu

 

Botanischer Name: HEDERA HELIX, Gall: BOLUSSERON, SUIBITIS, Ir: EDEAND.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Gort, Uileand.

 

Irland: Der Held Finn Mac Cumaill wurde als Baby in einem Baum voller Efeu vor seinen Feinden versteckt. Ein gutes Zaubermittel gegen böse Sídhe.

 

Schottland: Ein Kranz aus Efeu, Geißblatt und Eberesche wurde am Türsturz der Stalltüre gehängt, um das Vieh vor Krankheit und dem bösen Blick zu schützen. Liebeszauber: Drei Efeublätter auf das Nachtgewand geheftet verschafft Träume vom Zukünftigen. Mädchen stecken sich Efeublätter in ihre Blusen und singen einen Zauberspruch, der besagt, dass der erste Junge, der ihnen über den Weg läuft, der zukünftige Ehemann sei.

 






Eibe

 

Botanischer Name: TAXUS, Gall: EBUROS, IUOS, Ir: IBAR, ÉO.

PN: Eburila, Eburenos; Euocatus, Iuaccius, Mac Ibair, VN: Eburovices, Eburones,
ON: Eburobriga, Brünn, York; Yvoy, Livoye; Taxinemetum (Eibenhain) in Kärnten.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Edadh, Idad.

Festlandkelten: Gall. eburos bedeutet auch "Eber, Keiler". Caesar berichtet im DBG VI,31 vom König Catuvolcus, Fürst der Eburones (Eibenleute), der mit Eibenbeeren Selbstmord beging, als er sah, dass der Aufstand gegen Caesar nichts bringen würde. Davor verfluchte er noch den anderen Eburonenkönig Ambiorix, weil er ihn zu diesem unheilvollen Unterfangen angestiftet hatte.

 

Irland: Druiden machen aus Eibe ihre magischen Stäbe. Die Provinz Munster wird von den Leuten der Eibe bewohnt. Cashel wurde an einem Ort gegründet, wo Corc mac Luigthig in einer Vision eine Eibe mit Engeln sah. Conchobor mac Nessa hatte eine Burg mit neun Räumen, die von Eiben gesäumt waren. Suibhne (der in einen Vogel verwandelte Held) rastet immer in einer Eibe. Wenn man den magischen Speer des Lugh, Gáe Assail, schleudert, tötet man immer, wenn man "IBAR" ruft. Die Seelen der toten Geliebten Deirdre und Naoise wachsen als Eiben aus den Gräbern (genauso wie beim mythischen walisischen verstorbenen Liebespaar Tristan und Isolde). Eine Eibe und ein Apfelbaum wuchsen aus dem Grab von Baile und Ailinn, wobei die Eibe mit dem Gesicht des Baile herauswuchs und der Apfelbaum mit dem Gesicht der Ailinn. Ogamstäbe aus Eibenholz markierten Gräber. In "Tochmarc Étaíne" wird die vermisste Étaíne mittels vier Ogamstäben aus Eibenholz gefunden. Der File Cesarn verwendet für seine Zaubergesänge vier Fuß lange, achtkantige Eibenstäbe. Scathach, die Kampfkunstmeisterin, unterrichtet ihre Schüler in einer Eibe liegend. Die Eibe von Ross ist einer der fünf mächtigen heiligen Bäume. In den Dindshenchas wird sie in einem Gedicht als "beste Lebensform...stark, mächtiger Gott...Ehre der Schönheit...Zauber des Wissens" beschrieben. Fintan pflanzt in der Geschichte um die Errichtung des Herrenhauses von Tara eine Eibe und lebt so lange wie diese. Ihre Krone kann 100 Leute beschützen. Die Eibe ist der Baum der Banbha, der irischen Landesgöttin.






Eiche

 

Botanischer Name: QUERCUS, Gall: DERUOS, DERUA, Ir: DAIR, DERB, DAUR.

GN: Dervonnae Fatae, Daron, PN: Dervonia, Dervius, Mac Daro, VN: Deruaci, Querquerni, FN: Derwent, Terfens,
ON: Drunemeton (Eichenhain, Eichenheiligtum), Derva, Derby, Eichberg.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Duir.

Indogermanisch-allgemein: Die Eiche ist als Baum des Himmelsgottes (Iuppiter, Zeus, Donar (gall. viell. Taranis)) weit verbreitet.

 

Festlandkelten: Plinius berichtet im Zuge seiner Beschreibung des Mistelschneiderituals: "Nichts ist den Druiden - so nennen sie ihre Magier - heiliger als die Mistel und der Baum, auf dem sie wächst, sofern es nur eine Eiche ist. Schon deswegen wählen sie Eichenhaine und vollziehen kein Opfer ohne Eichenlaub, [...]. Sie meinen wahrhaftig, dass alles, was auf jenen Bäumen wächst, vom Himmel gesandt und ein Kennzeichen des von der Gottheit selbst erwählten Baumes sei. ....". Maximus Tyrius berichtet, die Kelten verehrten den Zeus in Form einer hohen Eiche. 

 

Irland: Kildare, der Sitz der Heiligen (und Göttin) Brigit, bedeutet "Eichenkirche". Baum der Sídhe. Druiden machen ihre magischen Stäbe aus Eichenholz. Einer der fünf hl. Bäume der fünf Provinzen ist eine Eiche.

 

Wales: Lleu Llaw Gyffes floh als Adler in einen Eichenwipfel vor seinem Verfolger.

 

Bretagne: Die Stadt Ys wurde von einer hl. Eiche beschützt.

 

Arthur-Literatur: Merlin wurde in eine Eiche verbannt.






Elsbeere (Mehlbeere, Ruhrbirne)

 

Botanischer Name: SORBUS TORMINALIS, Gall: ALISIA ("Felsen"), Ir: CRANN SOIRB.

GN: Alisanos, Alisontia, ON: Alesia.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Idad.

 

Allgemein: Eine speziell keltische Nutzung der Elsbeere konnte ich nicht finden. Allgemein gilt die Elsbeerholz heutzutage als europäisches Edel- und Zierholz und ist damit eines der teuersten Hölzer. Die Elsbeeren sind genießbar.

 






Erle

 

Botanischer Name: ALNUS, Gall: UERNA, Ir: FERN.

GN: Aduernus, PN: Uernus, Uerno, Guerngen, FN: Vernodubrum, Vernobre, ON: Verneil, Verneuil.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Fern.

Irland: Fällverbot für Erlen, da ihr Holz rot wird. Um Krankheiten zu erkennen, benutzte man Erlen. Mit Ogam versehen wurden Erlenpfähle als Grabstelen verwendet. Baum der Sídhe. Erlenholz für Kampfschilde und Kübel (Milcheimer).

 

Wales: Im Cad Goddeu wird Bran mit der Erle in Verbindung gebracht. In einem Gedicht über Taliesin taucht die Frage auf: "Warum ist die Erle purpur?" Antwort: "Weil Bran Purpur getragen hat!" Brans Erle ist ein Symbol für Wiedergeburt.

 






Esche

 

Botanischer Name: FRAXINUS, Gall: ONNOS, Ir: UINNIUS.

PN: Onniorix, Onna, VN: Ononi, Onnakui, ON: Onnex, Aunay-en-Bazois.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Nin, Onn.

Irland/Schottland: Zusammen mit Eiche und Schwarzdorn bildet sie eine magische Trinität in den Märchen der Sídhe. Sie wird zu Beltaine als Maibaum verwendet. Setzlinge werden für Divination verwendet. Eschenholz schützt vor Angriffen der Sídhe. Eschensaft schützt vor Hexen. Speere und Webstühle aus Eschenholz.

 

Irland: Drei der fünf heiligen Bäume Irlands sind Eschen: Bile Uisnigh, Bile Tortan und Craobh Daithi.

 

Schottland: Der Saft der Esche von verbrannten grünen Eschenzweigen wurde Neugeborenen noch vor der ersten Muttermilch als Stärkung gegeben. Eschenholz für Milcheimer und Butterfässer.

 

 






Espe
(Zitterpappel)

 

Botanischer Name: POPULUS TREMULA, Ir: CRANN CREATHACH

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Quert, Edad, Ebad.

Irland/Schottland: Eine christliche Legende besagt, dass Jesu Kreuz aus Espenholz war, weswegen die Espe ein Unglücksbaum ist. Verwendung von Espenholz für Fässer und Möbel. Zu Samain verräucherte man Espenholz bzw. Rinde zum Orakeln. Ähnlich wie der Wind die Espe zum Zittern bringt und diese die Stimme erheben, soll der Rauch seine Stimme erheben.

 






Föhre (Kiefer) / Tanne

 

Föhre: Botanischer Name: PINUS, Gall: DAGLA ("Fackel"), Ir: OCHTACH,

Tanne: Botanischer Name: ALBIES, Gall: SAPO-, Ir: GIÚIS.

PN: Sapauidus, Sappossa, ON: Daillon, Sapaudia.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Gort, Ailm, Ifin.

Schottland: Reinigen und Segnen von Frauen im Wochenbett und ihren Babys, indem man mit einem brennenden Kienspan dreimal im Uhrzeigersinn ums Bett geht und die Fackel herumwirbelt.






Geißblatt
(Heckenkirsche)

 

Botanischer Name: LONICERA, Ir: FÉITHLEANN.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Ebad, Uileand.

Schottland: Ein Kranz aus Efeu, Geißblatt und Eberesche wurde am Türsturz der Stalltüre gehängt, um das Vieh vor Krankheit und dem bösen Blick zu schützen. Männer trugen Geißblatt bei sich, wenn sie zu ihrer Angebeteten gingen, da es ein guter Liebeszauber war. Der Duft der Blüten sollte die Frauen betören.






Getreide

 

Gall: ARINCA, Ir: GRÁN.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Gort.

Kelten allgemein: Getreide (in der kelt. Antike Gerste, Dinkel, Emmer, Einkorn, Weizen, Hafer, Roggen und Hirse) war natürlich - wie in allen bäuerlichen Kulturen - das Nahrungsmittel Nummer eins. Neben der Nutzung als Speise und zum Bierbrauen wurde vor allem Stroh auch für alles mögliche verwendet, wie Seile, Käfige, Dächer, rituelle Gegenstände (z.B. Brigit-Kreuze, Getreidepuppen, etc.), Bettfüllungen, usw.usf. Getreide war essentiell lebensnotwendig, und gute Ernten bedeuteten ein Überleben im nächsten Jahr. Ernteausfälle führten zu Hungersnöten, weshalb das Feiern von Vegetationsfesten wahrscheinlich als lebensnotwendig erachtet wurde.






Haselnuss

 

Botanischer Name: CORYLUS, Gall: CNOUA, Ir: COLL

GN: Cuslanus, PN: Knuilla, Collus, Knustos, Mac Cuill, ON: Coulon, Collex.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Coll, Emancoll.

Festlandkelten: Der 13 m tiefe Opferschacht von Ashill in Norfolk beinhaltete neben Scherben und Krötenknochen auch Urnen in Hasellaub und in Haselnüssen eingebettet.

 

Irland/Schottland: Über den sieben Häuptlingsquellen in Irland wachsen die Nüsse der Weisheit. Und neun Nusssträucher wachsen über der Quelle von Connla und der Quelle von Segais (Quelle der Boyne und des Shannon). Die weisen Nüsse fallen in die Quelle und machen entweder Blasen der Inspiration oder werden von den Lachsen gefressen. Je mehr Flecken ein Lachs hat, desto mehr Nüsse hat er gegessen. Wenn man nun den Lachs isst, wird man auch weise, so wie Finn mac Cumhaill, dem unabsichtlich ein Fettspritzer vom weisen gebratenen Lachs auf den Daumen spritzte, den er sogleich vor Schmerz in den Mund steckte, daran lutschte und das Wissen der Welt erwarb. Baum der Sídhe - zwei Haselsträucher eng beieinander sind das Tor zur Anderswelt. Haselnussholz ist den Filid heilig. Fällverbot - man darf es nicht für Herdfeuer verwenden. Zauberstäbe für Hexen. Wünschelruten. Einem Liebhaber, den man nicht mag, gibt man einen Haselnussstecken. Birken- und Haselnussholz werden zusammen mit Besenginster für den weißen, geschälten Kultstab beim Imbolc-Fest verwendet.

 

Wales: Mützen aus Haselzweigen überm Bett bescheren gute Träume und Einsicht.






Heidekraut (Erika, Besenheide)

 

Botanischer Name: CALLUNA VULGARIS, Gall: VROICA, BRUCA, Ir: FROACH.

GN: Matres Uroicae, Matres Uroicis, Vroicos, Fráech, PN: Dar Fhraich, Vraiccos, Fráech, FN: Broye, ON: Bruc, Bruyère.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Onn, Úr.

 

Inselkelten allgemein: Weißes Heidekraut wird in einem Kreis um Obstbäume gepflanzt, damit diese mehr Früchte geben. Heidekrautbüschel als Glücksamulett.

 

Irland: Fráech ist ein mächtiger Krieger, Sohn der Unterweltsgöttin Bé Find, in der TBC, der unter Medbs Kommando als erster gegen Cú Chulainn kämpft und stirbt. Heidekraut als Würzmittel für Bier und Met.

 

Schottland: Rotes Heidekraut steht für die von Pikten-Blut getränkten Schlachtfelder. Am Schlachtfeld von Culodden Moor wächst angeblich kein Heidekraut aus Trauer für die vielen erschlagenen Schotten im Freiheitskampf gegen die Engländer 1746. Kopfputz für Bräute aus weißem Heidekraut für Glück und Fruchtbarkeit.

 






Holunder

 

Botanischer Name: SAMBUCUS, Gall: ODOCOS, Ir: TROM.

PN: Odobeccus.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Fern, Tinne, Ruis.

 

Irland/Schottland: Der Holunder ist ein Wohnort für Sídhe und Dämonen.

 

Irland: In einem Märchen aus den "Annalen der 4 Meister" gibt es eine Königin, die sich an einer Rivalin rächt, indem sie einige Holunder-Äste mit neun Knoten zu einem Bündel zusammenschnürt, um der Feindin eine schmerzhafte, lange Geburt anzuhexen. Wiegen werden nie aus Holler-Holz gemacht, ansonsten könnten die Kinder von den Sídhe gestohlen werden. Wenn man Kinder oder Tiere mit Holunderästen schlägt, verhindert man ihr Wachstum. 

 

Schottland: Holunder schützt vor schwarzmagischen Angriffen. Holundersaft in die Augen gibt Einsicht in die Welt der Sídhe.

 






Nesseln (Brennesseln)

 

Botanischer Name: URTICA, Ir: NENTÓG

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Nin.

 

Allgemein: Zu einer speziellen Bedeutung der Nesseln bei den Kelten konnte ich bis dato nichts finden. Allgemein wurden Nesseln, neben der wahrscheinlichen Nutzung als Gemüse- und Heilpflanze, vor allem auch zur Textilherstellung verwendet.






Rose

 

Botanischer Name: ROSA, Gall: ROSA, Ir: RÓS.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Ruis.

Inselkelten: Einen Wiedergänger oder ruhelosen Geist kann man beruhigen, indem man ihm jeden Neumond eine wilde Rose präsentiert.

 

Schottland: eine weiße Rose im Herbst bedeutet frühe Heirat.






Schlehdorn
(Schwarzdorn)

 

Botanischer Name: PRUNUS SPINOSA, Gall: DRAGENO-, Ir: DRAIGHEAN.

PN: Dregenius, Draganes, Mac Dregin.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Straif.

Irland/Schottland: zu Beltaine kommt auf den Weißdornmaibaum eine Krone aus einem Schwarzdornbusch.

 

Irland: Im Mythos "Die Zerstörung von Da Dergas Gästehaus" ist Da Derga von 150 Kriegern begleitet, die alle mit eisenbeschlagenen Schwarzdornknüppel bewaffnet sind. Im Mythos "Die Vergiftung der Ulster-Leute" werden Krieger mit Schwarzdornbüschen verglichen. Im Mythos "Étains Werbung" kann der Schlehdorn die Angriffe von Wildschweinen abhalten. Die Lunantisídhe (Schwarzdornfeen) wohnen im Schwarzdornbusch. Daher bringt es auch Unglück, Schlehenstäbe ins Haus zu bringen. Aber die Schlehe hilft auch gegen böse Geister. Schwarzdornholz an der Bettseite als Schutz gegen Sìdhe-Angriffe. Aus seinem Holz werden shillelagh (Spazierstöcke bzw. Zauberstäbe und Keulen, die als Waffen verwendet wurden) gemacht. Am 11. Mai und am 11. November ist das Schlägern von Schwarzdorn verboten, sonst folgt die Rache der Sídhe. An diesen Tagen kann man die Sídhe zum Schutz oder zur Erfüllung der Wünsche rufen.

 






Spindelstrauch (Pfaffenkapperl)

 

Botanischer Name: EUONYMUS, Ir: FEORAS.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Oir

 

Allgemein: Eine speziell keltische Nutzung konnte ich nicht ausmachen. Allgemein wurde und wird das harte und elastische Holz des Spindelstrauchs für Drechselarbeiten verwendet und auch zur Herstellung von Spindeln.






Stachelbeere

 

Botanischer Name: RIBES UVA-CRISPA, Ir: SPÍONÁN.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Ifin.

Irland: Pflanze der Brigit.

 

Schottland: Stachelbeerwein.

 

Isle of Man: Märchen von der Stachelbeerfrau, die die Gestalt einer großen hässlichen Raube hat und zur Abschreckung ungehorsamer Kinder dient: "Wenn Du nachts hinausgeht, wird dich das Stachelbeerweib fangen."

 

Cornwall: Zauber gegen das Gerstenkorn: Man richtet eine Stachelbeerdorne aufs befallene Auge und ruft "fort, fort, fort!", bis die Entzündung abklingt.






Stechginster

 

Botanischer Name: ULEX EUROPAEUS, Gall: ACTINOS, Ir: AITEANN, CONASG.

ON: Balan.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Onn.

Inselkelten: Stechginster soll vor Sídhe-Angriffen schützen.

 

Irland: Busch für Beltaine. Das Vieh wird zu Beltaine zwischen zwei reinigenden Feuern, in dem auch Stechginster drinnen ist, getrieben, um so die Weidesaison einzuläuten.






Stechpalme

 

Botanischer Name: ILEX, Gall: *COLINNOS, Ir: CUILEANN.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Tinne, Quert.

Keltiberien: Ilicetum (Stechpalmenhain) in Keltiberien des Gottes Buradon.

 

Inselkelten: Stechpalmenkränze an der Türe, sowie ein Zweig an der Kleidung schützen vor Angriffen der Sídhe.

 

Irland: Eine Stechpalme in der Nähe eines Hauses bedeutet, dass die Töchter dieses Hauses nie heiraten oder Kinder gebären würden. Speere und Wagengestänge aus Stechpalmholz. Die roten Stechpalmbeeren werden in der ir. Literatur manchmal mit abgeschlagenen Köpfen assoziiert.

 

Arthur-Mythologie: Der Grüne Ritter, der zu Weihnachten Camelot heimsucht und dem Sir Gawain den Kopf abschlägt, trägt eine Keule aus Stechpalmenholz.






Ulme

 

Botanischer Name: ULMUS, Gall: LEMOS, Ir: LEAMHÁN.

PN: Lemonia, Limetius, StN: Lemovices, ON: Limoges, Lemens.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Luis.

Schottland: Ulmenzweige werden ins Butterfass gegeben, um die Butter vor Angriffen der Sídhe zu schützen. Verwendung als Orakel, indem die Ulmenzweige in Wasser getaucht werden.






Weide

 

Botanischer Name: SALIX, Gall: SALIX, SALICO-, Ir: SAIL.

GN: Salaceia, PN: Salicilla, ON: Salica, Saugues.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Sail, Straif.

Irland/Schottland: Baum der Sídhe. Je nach Gegend Baum des Glücks oder des Unglücks.

 

Irland: Weidenholz für Harfen.

 

Schottland: Weidenholz für Särge. 






Weinrebe

 

Botanischer Name: VITIS VINIFERA, Gall: *VINO-, Ir: FINIÚIN.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: Muin.

 

Festlandkelten: Der Wein war, weil er zumeist aus dem Süden importiert wurde, teuer und daher das Getränk reicher Leute. Weinamphoren wurden in keltischen Siedlungen und Heiligtümern, meist zertrümmert, gefunden, was auf reichlich Festivitäten und auch Trankopfergaben hindeutet. Es gibt auch einige Beweise für keltischen Weinanbau, z.B. der Fund eines antiken Traubenkerns in einem Heiligtum im Fund von Roseldorf / Sandberg. Die weniger reichen Kelten begnügten sich mit Met und v.a. Bier.

 

Inselkelten: Weinanbau kam und kommt auf den britischen Inseln und auf Irland aus klimatischen Gründen eher selten vor. Die Römer versuchten in Südbritannien Wein anzubauen, was bis zu einem gewissen Grad gelang. Auch heute gibt es in Südengland einige Weingärten. In Irland ist Weinanbau historisch nicht belegt. Heutzutage gibt es lediglich vereinzelt privaten Weinbau. Dass die Weinrebe, oder eher der Wein als Endprodukt im Ogamzeichen Muin so ausführlich erklärt wird, kommt wohl daher, dass das Getränk in der katholischen Eucharistiefeier einen wichtigen Stellenwert einnahm. Hierzu wurde der Wein zumeist aus Frankreich importiert.






Weißdorn
(Hagedorn)

 

Botanischer Name: CRATAEGUS, Gall: SPARNO- ("Dorn"), Ir: SCÉ, SCEACH GHEAL.

ON: Sparnomagus, Epernay.

Ogamstäbe im Ogamtraktat: hÚath

Inselkelten allgemein: Weißdornkranz als Schmuck für die Maienkönigin zu Beltaine. Weißdornbüsche schmücken oft hl. Quellen. An den Büschen werden Stofffetzen als Opfergabe angebunden.

 

Irland / Schottland: Weißdorn wird selten geschnitten oder gefällt aus Angst vor Unglück. Außer zu Beltaine, wo die Blüten Segen fürs ganze Jahr bringen, werden die Blüten nie ins Haus gebracht. Weißdorn wird oft als Heckenpflanze verwendet und neben Hauseingängen gepflanzt, um Böses fernzuhalten.

 

Irland: Busch für Beltaine. Beliebter Strauch für Flüche und schwarze Magie. Im Fluch "Glám Dícenn" muss man sich mit einem Schleuderstein und einem Weißdornast mit dem Rücken zu einem Weißdornbusch stellen und über den Dorn einen Fluch gegen seinen Feind singen.

 

Wales: Die Heldin Olwen wird mit Weißdorn in Verbindung gebracht.