Cretima Celtica
 
 
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Erklärungen und Hintergründe zu Lugnasad (F)

 

 

Exzerpt aus:

 „Die hohen Feste der Kelten“,

LE ROUX Francoise u. GUYONVARC’H Christian-J.,

Arun-Verlag, 2. Aufl. Engerda 1997, ISBN 3-927940-26-7

 

Lugnasad = „Versammlung des Lug“

 

Das Fest von Tailtiu

(mittelalterliche irische Beschreibung)

 

Tailtiu ist die Ziehmutter des Lug, sie rodete den Wald von Cuan und erbaute dort die Festung Tailtiu/Teltown. Sie starb am 1. August. Lug hielt auf ihren Befehl hin daraufhin die Trauerfeiern und Spiele dort ab. Das Grab der Tailtiu war auch Ort der Festung und der Spiele. Jeder Hochkönig hielt seitdem die Versammlung am 1. August dort ab. Die Göttin Tailtiu opferte sich selbst also für Ihr Land, auf dass es immer fruchtbar und im Wohlstand sei. Sie hat die Totenspiele erfunden, die Ihrem Opfertod zu Ehren stattfinden sollten. Nur durch die Wiederholung der Spiele wird der Wohlstand erhalten. Die Feier des Fests ist Königspflicht des Sakralkönigs ��" nur so kann er Frieden und Wohlstand gewähren.

 

Die 3 großen Verbote lauten:

1. Gehe in Sicherheit und ohne Hast zur Versammlung.

2. Komme nicht nach Sonnenuntergang an.

3. Blicke nicht über die linke Schulter.

 

Themen und Veranstaltungen:

- Frieden und Freundschaft

- Prozessionen von Fuhrwerken

- geschmückte Körper von Gold und Silber

- geistvolle Reden

- geschmückte Truppen als Gastgeber

- Totenklage für verstorbene Freunde, Frauen, Heldinnen

- Totenwachen an Heldengräbern, über denen sich Waffen stapeln

- Wagenrennen

 

Frauen und Männer sind getrennt. Die Leute haben ihre Plätze ihrem Rang gemäß.

 

Verboten sind weiters:

Verletzungen, Schimpf, Streit, Plünderungen, Protest, Reklamationen, Gesetzesversammlungen, Flucht, Verhaftungen, Tadel, List, Fluch, Scham, Hader, Beschlagnahmungen, Diebstahl, Loskauf, Feindseligkeit.

Weiters verboten:

Mit voller Kraft Speere zu werfen.

Ankommen beim Fest, ohne vom Pferd zu steigen.

Weggehen, um zu essen.

Schlachten von Milchkühen.

Abbrennen leerer Scheunen.

Diebstahl eines gejochten Rindes.

 

Das Fest von Carman

(mittelalterliche irische Beschreibung)

 

Carman, eine Kriegerfürstin, und ihre drei Söhne gehen nach Irland, um den Weizen zu verwüsten, das Obst zu schädigen, Schlachten zu schlagen. Die Tuatha Dé Danann wehren sich, indem sie einen Druiden, eine Zauberin, einen Satiriker und einen Barden schicken, damit sie gegen die Eindringlinge Zauberlieder singen. Die drei Söhne der Carman flüchten, die Mutter Carman bleibt als Geisel zurück. Carman starb als Geisel an Siechtum und Tod. Ihre Schönheit wurde mit dem ersten Klagelied gefeiert. Bres grub das Grab der Carman. Das Fest dient dem Segen des Volkes und des Königs. Das Fest nicht zu feiern bedeutet Unheil für das Volk (Stolz, Schwäche, frühes Altern, Könige ohne Kühnheit und Schönheit, ohne Gastfreundschaft und Wahrheit).

 

Das Fest findet in Carmun statt, wo sich das Grab eines beliebten Königs und seiner Krieger befindet.

 

Themen und Veranstaltungen:

- sieben Rennen während der sieben Wochentage

- Truppen veranstalten Wettkämpfe

- Totenklage am Grab

- Fest der Adligen

- Starke Schwüre (mit vielen symbolischen Bürgen) für ein friedliches Fest

- große Lobreden

- Umzügen von Reitern und Pferden

- Sieben Wettkämpfe der verschiedenen Gruppen (auch eine Gruppe der Frauen und eine der Kinder)

- Debatten über Rechte und Tribute der Provinzen

- Feier der Ernte und der Fülle              

- Frauen und Männer bilden je eigene Festgemeinschaften

- Musik

- Dichter, die Heldenlieder singen

- Akrobaten

- ein lautes Fest, Teilnahme des ganzen Volkes (Pflichtfest)

- der König spendet das Fest und bezahlt alle Teilnehmenden rechtmäßig

- Das Volk feiert für den König

- Feier einer religiösen Zeremonie über heiligen Wassern der Carman

- Jahrmarkt

- Fasten?

 

Verbote:

- keine rauen Feindseligkeiten

- keine Gesetze

- keine Überschreitungen

- keine Gewalttätigkeiten

- keine Unreinheiten

- keine Blasphemie?

- keine Beschwerden

- keine Beschwerden, harte Besteuerungen der Schulden, Satire, Streit, schlechte Führung, Flucht, Befehl, Pfändung.

- keine Übergriffe auf das andere Geschlecht

 

Das Fest von Emain Macha (Ulster)

(mittelalterliche irische Sage)

 

Macha, eine Andersweltfrau (Göttin), heiratet Crunnchu, der auf dem Fest vor dem König, gegen den Willen von Macha, richtig behauptet, dass Macha schneller laufen kann, als die schnellsten Pferde des Königs. Der König drohte Crunnchu mit dem Tod, wenn nicht augenblicklich Macha dies beweisen würde. Macha aber war hochschwanger und bat den König um Schonung. Der König aber war unerbittlich, und Macha nahm die Wette an, um ihren Mann zu retten. Sie gewann das Rennen gegen die königlichen Pferde locker, und sie brachte an der Ziellinie Zwillinge (ein Mädchen und einen Buben) zur Welt. Als die Babys schrieen, wurden die Männer von Ulster von der Schwäche des Kindbetts erfasst, ein Fluch der Macha für die Unerbittlichkeit des Königs. (Alle Jahre wieder wurden seitdem die Ulster-Männer von Geburtswehen erfasst, was beim Rinderraub von Cooley von der angreifenden Königin Medb ausgenutzt wurde. Cú Chulainn, der von den Geburtswehen verschont blieb, musste allein Medbs Heer bekämpfen.)

 

Allgemeines:

 

- Eine Göttin (Andersweltfrau) stirbt gewaltsam, bricht unter der Erntelast zusammen oder unter Überanstrengung. Daraufhin wird ihr zu Ehren ein Fest gestiftet und eine Stadt nach ihr benannt. Totenklagen bestimmen das Fest.

- Das Fest ist ein Fest der Fülle und des Friedens, des Segens, den der Sakralkönig durch seine Großzügigkeit spendet.

- Es finden Jahrmärkte, Spiele, Musik, Wettbewerbe statt.

- Jede Art von Gewalt, Gesetz, Härte, Übergriff ist verboten.

- Zu Lugnasad beginnt im altirischen Kalender auch der Herbst (der aber noch zur lichten Jahreshälfte, die von Beltaine bis Samain dauert, gehört)

 

Spätere Folklore zu Lugnasad (teilweise noch heute praktiziert)

 

- Besteigung heiliger Berge (z.B. Croagh Patrick)

- Jahrmärkte, Gemeindefeste

- Viehmärkte, Wettkämpfe

- Tanzabende und Hochzeiten

- Pferderennen durch Flüsse

- Treffen von Hirten in Nord-Wales auf Hügelkuppen zu Festessen

- Besteigen eines Berges in N-Wales, wo beim Lake Van die Lady of the Lake erscheinen sollte

 

Concilium trium Galliarum in Lugdunum

(Hinweise bei antiken Autoren)

 

Römisches Fest zu Ehren des Augustus in Lugdunum („Stadt des Lugus“ - Lyon), und wo alle gallischen Stämme eine Versammlung abhielten. Fraglich ist, ob dieses Fest aus einem keltischen Fest hervorging, und wenn ja, aus welchem. (August = Monat des Augustus).